Plato’s Symposium Vol. II

Heute auf dem Programm: die Revitalisierung eines Beitrages, den ich bereits vor genau einem Jahr veröffentlicht habe. Einfach, um uns alle daran zu erinnern. Um mich selbst daran zu erinnern. Dass ich noch immer daran glauben möchte.

Denn es heißt, dass es einst eine Zeit gab, in der die Beschaffenheit der Menschen eine andere war. Als sie noch kugelförmige Rümpfe, zwei Köpfe und je zwei Paar Arme und Beine hatten und man sie Kugelmenschen nannte. Ihre Stärke und Vollkommenheit jedoch erregte Neid und Missfallen unter den Göttern, könnten ihnen die Menschen doch zu ähnlich sein und ihnen nicht länger die gebührende Verehrung zuteilwerden lassen, die sich die Götter von ihnen erhofften. So berieten die Götter untereinander und nach langer Überlegung fand Zeus schließlich einen Weg, wie er die Menschen schwächen könnte, ohne sie dabei gänzlich zugrunde zurichten. Und so lies er sie unter einem Vorbehalt zusammenrufen und schleuderte alsbald einen Blitz vom Himmel, der jeden Kugelmenschen in zwei Hälften spalten sollte. Die getrennten Hälften verstreute er dann in alle Winde. Nun waren die Kugelmenschen fortan halbiert, mit nur noch einem Kopf, einem Paar Armen und Beinen unterwegs, als Menschen, und in ihnen, die unstillbare Sehnsucht nach der ihnen verloren gegangenen Ganzheit, ihrer fehlenden zweiten Hälfte. Zu spät erkannten die Götter, dass sie aus ihrer Selbstsucht heraus, großes Leid über die Menschen gebracht hatten und gestanden den Kugelmenschen zu, dass sich alle jene zusammengehörige Hälften untrennbar wieder vereinen dürften, wenn sie einander gefunden hätten. Die Liebe wurde geboren. Denn so sucht seither ein jeder Mensch nach der ihm fehlenden, zweiten Hälfte. Den Menschen, denen es gelingt, die ihnen zugehörende andere Hälfte zu finden, so heißt es, fänden dadurch zur Glückseligkeit und blieben fortan ihr ganzes Leben miteinander verbunden, gleichwohl beide Seelen wohl selbst niemals zu benennen wüssten, was genau sie eigentlich voneinander wöllten.

Erkläre mir die Liebe, hörte ich vor Kurzem noch Philipp Poisel singen. Frag doch mal Platon, würde ich ihm darauf gern entgegnen. Denn dieser Mythos nach dem griechischen Philosophen ist für mich persönlich wohl einer der wunderschönsten Ansätze, um die Liebe zu erklären. Wenngleich sie doch in keiner Weise erklärbar ist. Doch muss es eben, zumindest meiner Ansicht nach, über den evolutionsbiologischen Ansatz, über die Sache mit den Hormonen und der körperlichen Vereinigung, sprich über die nüchterne Geilheit hinaus, noch mehr geben, was zwei Menschen vereint, sie zu Kugelmenschen werden lässt. Stärker und vollkommener zu zweit. Passend ohne Passendmachung. Das ist die Liebe, lieber Philipp Poisel.  

 


 

There’s this one wonderful myth I was told one year ago. Back then I really like to spread the myth with my other friends and it now and then even helped to dry some love sick tears and bring back again a smile on sad faces. According to the speech, long time ago, humans were composed of two people, stuck back-to-back, with two faces and eight limbs. The gods, out of jealousy, split them in half and made them humans with only one face and four limbs, much weaker than they have been before, because of the missing other half. Now, throughout our lives, we are searching for our other half. However, when the two halves finally get together, they find true happiness and stay together for the rest of their lives, even though they could never explain the invisible connection between the two of them. In the end it’s our souls and not our bodies that mostly desire to be reuinted. I really love this myth and hopefully this makes you smile the way I smiled when I once was told it. Look to your left or your right, maybe there’s already this special person sitting next to you. And even if not, your other half is existing. That’s all you need to know. And who knows, maybe your other half is on its way and it’s already much closer to you than you might dare to imagine right now.

Black Swan

„Aber du stehst schon bisschen auf dich selbst, ne?“

Eine Frage, die man sicherlich häufiger gestellt bekommt, wenn man auf Instagram aktiv ist, Bilder von sich postet oder einen eigenen Blog betreibt. Und ja, die Vermutung liegt nahe, dass Menschen, die Bilder von sich ins Netz stellen, sich selbst wohl für besonders schön zu halten scheinen, ja, vielleicht sogar so ein ganz klein wenig selbstverliebt sein müssen. Und ich mag ungern bestreiten, dass es sie nicht gibt, die Menschen, die so empfinden, natürlich – aber grundlegend, ja so ganz grundlegend, mal aus meiner eigenen Haut heraus betrachtet: nein, ganz einfach nein, was ist das denn bitte für eine dämliche Frage, ob ich mich selbst eigentlich gern am allerliebsten ficken würde.

Zunächst – in meinen Augen – ist die Fotografie eine Kunst. Oder vielmehr eine unterschätzte Form davon. Und darüber hinaus bietet das Fotografieren oder vielmehr das Sich-Vor-Eine-Kamera-Stellen die Möglichkeit, sich einmal ein wenig mehr mit sich selbst auseinander zu setzen. Oder anders ausgedrückt, es ist eine Möglichkeit, sich selbst sehen zu lernen. Zumindest erging es mir so. Womit wir beim Thema Akzeptanz und Selbstwert wären. Denn nicht hinter jedem Duckface auf Instagram verbirgt sich das Selbstwertgefühl eines Schwans. Und dabei wollen wir doch alle gerne Schwäne sein.

An dieser Stelle wird es daher Zeit, ehrlich zu sein. Die harten Fakten auf den Tisch zu knallen. Und dem dicken, bärtigen Mann, der gerade vor seinem Laptop sitzt und diese Zeilen hier liest, wild und zügellos zu beschreiben, was ich gerade anhabe. Dass ich mich selbst, mumienartig in meine Kuscheldecke eingerollt, mit ungekämmten Haaren, in meiner mit Herzchen bedruckten Jogginghose und dem zerfledderten Shirt mit Loch und dem Schokoladenfleck von vorhin, als ich mir diese riesen Portion Eis in den Mischer gezwiebelt habe, ohne Rücksicht auf Verluste, jetzt gerade, in genau diesem Moment, alles andere als hinreißend und schwanenhaft finde. Aber – ich bin satt und voller Kohlenhydrate. Das mag dich, dicken, bärtigen Mann jetzt zwar nicht geil machen, aber mich Hormonopfer macht es übertrieben glücklich. Und um mein Glück geht’s doch schließlich nur. Um die Erkenntnis, dass man auch mit Eiswampe und Assipalme noch in Schwanensee mittanzen kann. 

Fakt ist doch, auch die Bitch auf Instagram hat Selbstzweifel. Bin ich bisschen schön? Bin ich gut genug? Bin ich liebenswert? Und ist das da in Lightroom, auf diesem Foto hier, etwa Cellulite an meiner Wade? Was zur Hölle…! Ach nee, ist bloß ein Schatten. Puhh, heiliges Rhinozeros, auf den Schreck erst einmal ein Kinder Bueno. Aber, was ich doch eigentlich sagen wollte, ist – ob mit Schatten oder ohne, ich möchte niemand anders sein. Ich bin gerne ich. Und ich mag diesen Körper (auch wenn wir über die Sache mit den diversen Eispackungen in den letzten Tagen sicherlich nochmal sprechen könnten.) Bis man zu dieser Erkenntnis gelangt, ist es allerdings meist ein langer Weg. Der ein oder andere mag jetzt vielleicht einwerfen wollen, dass das doch einfach ein Prozess ist, dieses Erwachsenwerden eben, aber an dieser Stelle bevorzuge ich es dann allerdings, mir die Ohren zuzuhalten und lautstark zu rufen, dass ich nichts von alledem hören kann – laa – laa – laaaa. Erwachsenwerden, die spinnen doch. Aber nun gut,  dass es ein Prozess ist, damit könnten sie wahrscheinlich recht haben… 

Und ja, für mich persönlich hat mein Blog zu diesem Reifeprozess unglaublich viel beigetragen. Insbesondere auch das letzte halbe Jahr, in dem ich angefangen habe professioneller zu fotografieren. Auch andere. Familie. Freunde. Denn am Ende geht’s doch nur darum, sich selbst für gut genug zu befinden. Ohne wenn und aber. Sich nicht an Likes als Maßstab einer neuerdings gesellschaftlich attestierten Form von Schönheit zu bemessen. Und sich selbst einfach mal das Prädikat „wertvoll“ zu verleihen. So richtig mit Button am zerfledderten, mit Eiscreme beschmierten T-Shirt und so. „Wertvoll“, aber sowas von. Welchen Weg man wählt, um am Ende des Tages zu genau dieser Erkenntnis zu gelangen, das ist allerdings jedem selbst überlassen. Wenn der dicke, bärtige Mann und ich euch auf dem Weg dahin zumindest ein ganz klein wenig zum Schmunzeln bringen konnten, dann soll das schon alles gewesen sein, was ich mit diesem Text bezwecken wollte.

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„You’re pretty much into yourself, aren’t you?“

One question I’ve been asked quite a while ago. Just because I’m on social media, posting pictures of myself and running a blog. And yep, there might be people in this world who are pretty much in love with their own reflection in the mirror, I won’t doubt that, but for me personally – no, simply no – what a dumb thesis, that posting pictures of myself leads to the conclusion that it’s me I’d like to fuck with more than anything.

In my opinion photography is an art, an underestimated kind of art. Moreover, while especially standing in front of a camera, it’s also kind of a chance you get to face up with yourself. Or in other words, you may start to learn to see yourself, which leads me to the topic I would like to talk about, which is self-esteem and acceptance as this is not what you’ll find behind every duck face you see on your instafeed, even though we all aim to be swans in the end. 

Well then, while talking about self-esteem and acceptance I don’t wanna miss the chance to be untamed and tell the thick, bearded man, who’s sitting in front of his laptop and reading these lines right now, that I personally don’t consider myself – while laying around in my sweatpants with allover heart print and destroyed, old shirt with chocolate stains from the maximum size ice cream I just had a few minutes ago – as too gorgeous at the moment anyways (but I’m full of carbs – and this probably doesn’t make you horney thick, bearded man, but makes me as a victim of my hormones excessively happy, so deal with it).

So let’s face the truth. Even that bitch on instagram has to deal with self-doubts. Am I beautiful? Am I good enough? Am I loveable? And what the heck, is this cellulite on my calf in this picture here? Oh wait, it’s only a shadow. Damn, freaking god, don’t scare me this way! But – what I actually wanted to say is that – with a shadow on my leg or without, I wouldn’t wanna be anyone else but me. I like being me. And I like the body my soul lives in (even though we might need to talk about that massive ice cream massacre those last few days…I’ve been killing it…all of it). But well, talking about being grateful for the body we’re in is something that takes some time. It’s kind of a process that in the end leads you to this perception – and the only right conclusion. Some may say that this might be part of growing up, but that’s always the moment I start covering my ear’s, shouting I can’t hear anything of what you just said – laa – laa – laaaa. Growing up, they’re crazy! But well, they might be right that it’s always an individual process in the end.

And yep, my blog definitely contributed to my comfort and process in so many different ways. Especially those past few months, as I found a new passion in photography. Because in the end, it’s all about feeling good. Feeling good enough. Unconditionally. About not taking Likes on Instagram as a benchmark for your own beauty. And about wearing colorful buttons saying „valuable“ on your destroyed, old shirt with that chocolate ice cream stains on it, just in case you forget from time to time. As a reminder. And in the end it doesn’t matter which way you choose to make that process going further. As long as I made you smile about that thick, bearded man, I’m happy. As this was the only aim I had writting this text. 

Memory minutes

Ein desaströses Date – ein Gedächtnisprotokoll

„Bist du eher naiv oder dominant?“, fragte er mich als ich gerade an meinem Wein nippte. Ich schaute ihn an, mit diesem Blick, der von Verwirrung und Unbehagen sprach. „Wie bitte?“, fragte ich zögerlich, obwohl ich die Frage akustisch durchaus gut verstanden hatte. „Ich weiß, ich polarisiere“, fuhr er fort und lachte. Ich schwieg, nickte milde lächelnd und nahm noch einen Schluck Wein. „Bist du politisch?“, fragte er mich. „Ich würde mich als linksliberal einschätzen, und als Sozialist, aber ein bisschen narzisstisch bin ich wohl auch“, fuhr er fort. „Ich glaube, das ist ein Joint“, meinte er plötzlich, als ein Ruderboot an uns vorbeizog, dessen Insassen er musterte. „Du nimmst keine Drogen?“, fragte er. „Äh, nein“, entgegnete ich entgeistert. „Hm“, antwortete er enttäuscht, „Noch nie etwas genommen, hast du kein Laster?“ „Nichts in dieser Hinsicht“, erwiderte ich, „Nein“ „Achtung jetzt öffne ich mich dir schon wieder“, sprach er, unter anderem als Anspielung darauf, dass ich ihm auf seine Fragen, die nach meiner Lieblingsstellung und zur Anzahl meiner bisherigen Sexualpartner zuvor die Antwort verweigert hatte, „Ich bin im Kinderheim groß geworden, ohne Liebe, und eine richtige Beziehung habe ich in meinem ganzen Leben noch nie geführt, zumindest habe ich es niemals so empfunden“, fuhr er fort. „Du bist ein sehr emotionaler Mensch, kann das sein?“, fragte er mich. „Ja, schon“, erwiderte ich und sah wie er begann mit den Augen zu rollen, bevor er erneut in einen Monolog verfiel, Dürrenmatt zitierte und mir zahlreiche Male ins Wort fiel um meinen Ausdruck zu korrigieren. „Der Wein ist leer, wollen wir vielleicht auf deinen Balkon umziehen?“, fragte er mich. „Ähm, ich kenn dich doch kaum, ich möchte das nicht“, entgegnete ich ihm. „Du bist spießiger als ich dachte, ich verspreche dir auch, ich rühr dich nicht an“, sagte er. „Nein“, antwortete ich erneut, „ich möchte das nicht“. „Du bist screepy“, entgegnete er. „Screepy?“, fragte ich nach. „Ja, seltsam, creepy eben“, erklärte er seine Wortneuschöpfung. „Dito“, konterte ich kühl. „Aber ich sag dir jetzt mal was“, äußerte er sich erneut, „du bist wirklich attraktiv, vielleicht pusht das ja dein Ego zumindest noch ein bisschen“ „Danke“, antwortete ich emotionslos und mit verwirrtem Stirnrunzeln, blickte starr in Richtung Wasser und Ruderboot und schenkte dem letzten Schluck Wein in meinem Becher deutlich mehr Beachtung als ihm. „Na toll, ein Danke, also ich hatte mir jetzt eine andere Reaktion erhofft“, äußerte er sich brüskiert, während ich derweil mit meinem Gesichtsausdruck kämpfte, der mir langsam aber sicher zu entgleiten schien. „Der Wein war wirklich teuer, 5,00 €“, äußerte er sich erneut. „Ich kann dir Geld dafür geben“, entgegnete ich unbeeindruckt und starrte weiterhin in die Ferne. „Lass uns zusammen packen“, sagte ich schließlich zu ihm und begann die Picknickdecke auszuschütteln, die er mitgebracht hatte, während er fortwährend darüber schimpfte, wie dreckig sie doch geworden wäre. „Das tut mir sehr leid“, antwortete ich unterkühlt-diplomatisch. Ein Stück gingen wir noch in dieselbe Richtung, ich schwieg, in der Hoffnung, dieser Weg würde ein leichter sein und Xavier Naidoo würde nur dieses eine Mal unrecht behalten. „So nah“, sprach mein Date so vor sich hin, als wir feststellen mussten, dass wir nur wenige hundert Meter voneinander entfernt wohnen. „Und doch so fern“, fügte ich unmittelbar hinzu und mir wurde bewusst, dass Xavier Naidoo tatsächlich recht behalten sollte. „Was ist denn nun deine Lieblingsstellung?“, fragte er mich auf diesen letzten Metern erneut. „Ich glaube, darauf muss ich nicht antworten“, entgegnete ich ruhig, woraufhin er lautstark anfing zu lachen während er sein Fahrrad neben mir herschob. „Genau mit dieser Reaktion habe ich gerechnet“, sagte er, „du bist wirklich so berechenbar“

„Ich muss da vorne links abbiegen“

„Okay, alles Gute“

„Alles Gute“

Strength

Stärke. Ein Wort mit dem ich mich im ersten Augenblick wahrscheinlich nicht sofort in Verbindung gebracht hätte. Warum auch. Denn bedeutet Stärke nicht, hart und taff zu sein, so richtig unbezwingbar? Aber ich bin kein Fels, vielmehr ein Softball. Bloß nicht zu fest drücken und pass doch bitte mit den Fingernägeln auf, das tut mir weh. Nein, ich bin nicht felsenfest, bin nicht unverwundbar, wenngleich auch nicht butterweich. Eben ein Softball, an dem so manches abprallt, so manches dennoch seine Spuren hinterlässt. Und wer nicht felsenfest ist, der kann doch niemals stark sein, dachte ich.

Und ich lies die Gedanken weiter kreiseln. Warum eigentlich sollte man Stärke nur an der Härte des Felsens oder an Popeyes Spinatarmen bemessen. Stark ist doch nicht, wer das Glas Gewürzgurken aufbekommt oder wer im Fitnessstudio die schwersten Gewichte in die Lüfte stemmt, nein, ich rede von einer anderen Form von Stärke.

Denn du bist stark, wenn du den fiesesten Liebeskummer deines Lebens überwunden hast. Und diesen Kater, von dem du dachtest, du würdest ihn wohl nie loswerden, Tierfreund hin oder her. Du bist stark, wenn du deinen Träumen nachjagst, ganz gleich, wie viele dich dafür belächeln. Immerhin hast du welche. Du bist stark, wenn du erkannt hast, dass du selbst zu sein, die beste Idee war, die du jemals hattest. Weil Individualität etwas tolles ist und weil es dir egal ist, ob dein vorlautes Mundwerk heute wieder anecken wird. Weil du nicht jedem gefallen musst – und möchtest. Du bist stark, weil deine kindlichen Vorstellungen, dass man aus dieser Welt noch immer einen besseren Ort machen kann, schlichtweg zeigen, dass deine Sichtweise auf die Dinge eine durchweg positive ist und wenn nur alle so denken würden wie du, dann hätten wir sie wahrscheinlich schon längst, diese bessere Welt von der alle reden.

Und vielleicht ist es tatsächlich so, dass wir viel zu oft vergessen wie stark wir eigentlich sind. Weil wir uns an falschen Parametern messen. Uns überhaupt messen. Denn Stärke ist nicht messbar. Und wahrscheinlich, ja ganz wahrscheinlich, sind wir alle keine Felsen, nur weiße Softbälle. Und am Ende ist Stärke eben so viel mehr als nur ein Bestandteil der Kartoffel, den man im Chemieunterricht so gern violett eingefärbt hat.

  

 


 

Strength. A word I certainly have never used to describe myself to others yet. I mean, doesn’t being a strong person includes being both tough and absolutely invincible? But I’m not a rock, I’m more of a softball. Don’t push me too hard and please be careful with your finger nails, you might hurt me. No, I’m not invincible, I’m not steady as a rock, so for that reason how would I be able to consider myself as strong then I was wondering.

So I let my thoughts spin around for a while and suddenly there was this question popping up on my mind. Isn’t strength so much more than just being physically strong and a tough person? The answer was immediately clear to me. Yes, it surely is.

You’re a strong person if you survived the worst lovesickness you could have ever imagined. And on top, the worst hangover of your whole drinking career. You’re strong if you keep on chasing your dreams no matter what people say. If they had dreams they would be chasing theirs instead of focussing on you, that’s for sure. You’re strong if you recognized that being you and only you is the best idea you ever had. Because individuality is personality and something you should be proud of. You’re strong if you don’t care if your loose tongue is rubbing the wrong way today, because you don’t need to appeal to anyone but yourself – and you don’t want to. You’re strong because your naiv thoughts on how we all could make this world a better place only show that you’re always focussing on the postive aspects and let’s be honest, if all people thought like you, we maybe had it already, this better world everyone’s talking about.

And maybe it’s just like that, we all too often forget about how strong we really are. And let’s face the truth, in the end only a very few are steady rocks, most of us are softballs, but strength is about so much more than being invincible.

Photography: Janna Kamphof

Outfit: Body – A Star is Born via Asos (get it here)

Change of perspective

Perspektivenwechsel. Denn manchmal, ja manchmal, da ist ein Baum eben genauso groß wie ein Denkmal, das fast hundert Meter in den Himmel ragt. Da wirken Regentropfen wie Ozeane. Die Sicht verschwommen vom Nebel. Und das alles, ja das alles, ist nur eine Perspektive. Von vielen. Und ich sehe das Denkmal, das fast hundert Meter in den Himmel ragt, neben einem kleinen Baum, ganz deutlich. Denn manchmal, ja manchmal, ist es alles nur eine Frage der Perspektive. Und was siehst du?

#Völkerschlachtdenkmal #Leipzigliebe #Perspektivenwechsel


Change of perspective. Sometimes, yes sometimes, a tree seems to be as huge as a monument rising up to the sky. Sometimes, raindrops pretend to be oceans. And sometimes, the sight seems poor because of fog. But this, yes this really is, only one perspective. Out of so many possible ones. And what I see for myself, I can see a monument, with its height of onehundred meters, rising up to the sky, next to a tiny little tree. Because sometimes, yes sometimes, it is only a matter of perspective. What do you see?

#MonumentToTheBattleOfNations #Leipziglove #ChangeOfPerspective

 

 

 

Welcome

Willkommen.

In meiner Welt.

In meinem Kopf.

Bei mir Zuhaus.

Wo sich das Abendlicht

an kaputten Fassaden bricht

und Dächer drohen einzustürzen.

Wo das Chaos regiert,

in dessen Mitte ich sitze,

und ich dennoch Frieden finde.


 

Welcome.

To my world.

To my head.

Welcome home.

Where sunset light refracts

on broken house fronts

and roofs threaten to collapse.

Where chaos reigns,

amid I sit,

and nevertheless

where peace is found.

 

 

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Dress – Zara (get it here)

Jeans Shorts – Gap (shop similar one here)

Tights – Falke (find it here)

Ankle Boots – Vagabond (get them here)

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New Ways Vol. I

Über meinen Einstieg in die Fotografie und die Kunst eigentlich erstmal gar nichts zu können. Wenn es heißt, ein Fashionblogger goes Photography. Und ja, natürlich hat der gemeine Fashionblogger immer eine Kamera bei der Hand. Er lebt quasi mit ihr und lauert auf günstige Gelegenheiten um auf marmorierten Tischen drapierte Lippenstifte oder zuckersüße, bunte Macarons zu fotografieren und er lebt von rosa Hauswänden und Straßenübergängen im New York City Style, um das Outfit möglichst optimal in Szene zu setzen. Und Streetstyle Shoots haben ihre Daseinsberechtigung und machen Laune, definitiv, und auch ich bin Modemädchen und werde nicht gänzlich davon abkommen wollen. Nur habe ich für mich persönlich entdeckt, dass man mit einer Kamera noch so viel mehr einfangen kann als die Gürtelschnalle oder das Markenlogo auf der Designerhandtasche, nämlich Emotionen. Dass man mit der Fotografie auch etwas neu erschaffen kann, eine Stimmung, ein Gefühl, quasi Dinge, die nur in den Rosazuckerwatteköpfen von Fotograf und Modell existieren und die man greifbar bildhaft darstellen kann. Vorausgesetzt, man weiß wie’s geht. Uund da wären wir auch schon mitten im Thema und gleichzeitig auch im Dilemma, in dem ich gerade stecke. Nur Auslöser drücken, ist nämlich nicht. Bisschen einfacher hatte ich mir das dann doch schon vorgestellt. Diese ganzen Begrifflichkeiten wie Blende, ISO, Belichtung, Sensor, Tiefenschärfe… auf den Schock hatte ich mir dann erstmal ein paar Youtube Tutorials reingezogen. Was würden wir heutzutage eigentlich nur ohne Youtube, die Beautyblogger oder die Lochis machen. An dieser Stelle nochmal danke, das mit dem Contouring hab ich jetzt drauf. Aber ich drifte ab, zurück zur Fotografie, denn mittlerweile jongliere ich schon ein wenig graziler mit den theoretischen Fachbegriffen. Das wiederum bedeutet allerdings nicht, dass ich es auch direkt praktisch perfekt umsetzen kann. Ich verkacke in 9 von 10 Fällen, weil entweder die Tiefenschärfe nicht passt oder ich für die gegebenen Lichtverhältnisse nicht die optimalen Einstellungen gefunden habe. An dieser Stelle müsstet ihr euch jetzt vorstellen, dass ich bisschen debil lache und leicht unzufrieden das Gesicht verziehe. Nunja, es ist eben noch kein Meister vom Himmel gefallen, den macht ja bekanntlich erst die Übung. Ich freue mich jedenfalls sehr auf die Projekte, die zeitnah anstehen und nehme euch einfach mal mit auf meine Reise… 🙂


About my beginnings of photography and the kind of art from which you know it’s definitely far away from art. A fashion blogger going photography. And you’re right, of course, fashion bloggers always carry their camera with them. They kind of live with it and wait for the perfect opportunity to take pictures of lipsticks or sweet and colorful macarons artfully arranged on marbled tables and they seem to live in front of pink house fronts or right in the middle of New York City urban traffic just in order to take the best outfit shots. I have to say I’m truely a Fashion lover ,which means, I like fashion and streetstyle shots a lot as well, but during those last few weeks I just found out, that I can do so much more with my camera than catching the logo on my designer bag, which is catching emotions. Photography is a form of art that allows you to create something completely new, you can create an atmosphere, a certain feeling and simply make things visible that until then only existed in your pink cotton candy head. This is art to me. Moreover it surely depends on if you know how to visualize what’s on your mind and now you can probably guess what’s my dilemma. It’s just not enough to release the shutter only. All these terms, aperture, ISO-setting, exposure, sensor, DOF made me immediately open a new browser for some youtube tutorials. Thanks a lot to all the creative minds who took some time to explain the basics to lil dummies like I am. Guess I’m a little more gracefully juggling with the terms now, which is good, but in the ends doesn’t mean I’m good at practice, too, because I’m not. I fail in 9 of 10 times. Sometimes I’m just not pleased with the depth of focus and sometimes I’m messing it up, because I didn’t choose good settings for the given light conditions and everything ends up with a too dark picture on a bright day in spring where you can hardly spot anything. Well, in this case now imagine myself desperately laughing while fighting the grumpy cat face, because things don’t turn out the way I wanted them to. But as they say, no one is born a master, but skill comes with practice. I’m really looking forward to some new upcoming projects the next few weeks and I can’t wait to turn some of my cotton candy thoughts into colorful pictures. I’ll keep you updated. 🙂

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Time

Das Leben ist voller Gratisbeilagen. Da wäre die Shampoo-Einmalanwendung aus der Frauenzeitschrift. Oder der gratis Cocktail an der Bar, weil du blond bist und Brüste hast. Oder dieser Mann, der plötzlich vor dir steht und dir einen vom Pferd erzählt. Und manchmal muss man diese Gratisbeilagen des Lebens einfach mal ausprobieren, einzig und allein um hinterher feststellen zu können, dass man sich hiermit schlichtweg nur die Haare versaut hat. Oder die Leber. Oder das Herz. Und das gehört dazu. Aber das bedeutet nicht, dass deine Haare nun für immer entstellt sein werden. Oder, dass sich deine Leber nun gänzlich mit gepackten Koffern von dir verabschieden möchte. Oder gar, dass dein Herz, mit reichlich Absperrband versehen, nun gedenkt bei der Verfilmung von „Das kalte Herz – Reloaded“ mitzuwirken. Schauspielern wollte es ja schon immer mal, es war nur nie sonderlich gut darin. Nein. Das braucht alles nur so ein ganz klein bisschen Zeit. Und einen Friseur. Und in manchen Fällen massiven Alkoholmissbrauchs vielleicht auch eine Entziehungskur irgendwo an der Nordsee. Aber da bleiben noch 11/12 von diesem 2017. In diesem Zeitraum hat so manche Kuh schon zweimal gekalbt. Okay, vielleicht nicht ganz, aber ihr wisst schon, was ich meine. Da ist genug Zeit, um die ein oder andere Gratisbeilage wieder loszuwerden, das Shampoo zu wechseln oder um die Leber mal ein bisschen zu bauchpinseln. Da ist genug Zeit zum Segelneusetzen, zum Abenteuererleben und zum Neuverlieben. Nicht alle Gratisbeilagen dieses Lebens werden uns wohl immer gut bekommen. Vieles ist auch einfach nur eine Erfahrung wert. Das wichtigste jedoch ist, sich den Appetit aufs Probieren niemals nehmen zu lassen.


Life is full of free supplements. There is this kind of free shampoo supplement intended for single use which you always find in a women’s magazine. Or this kind of free cocktail you get for being blonde with boobs in a bar. Or this man who’s suddenly standing in front of you and telling you some colorful cock-and-bull-stories. And sometimes you take these free supplements of life, just in order to give them a try, and only to find out afterwards, that it only ruined your hair. Or your liver. Or your heart. That’s part of the game. But this doesn’t mean, that your hair will stay disfigured. Or that your liver’s about to leave you with packed bags. Or that your heart, carefully wrapped in caution tape, auditions for a part in the movie version of Wilhelm Hauff’s fairy tale “The Cold Heart – Reloaded”. Sure, it always wanted to become a great actor, but it has never really been that good at it. No. All these things just need a tiny bit of time. And maybe a hairdresser. And maybe, in some cases of massive alcohol abuse, also a rehab for your liver somewhere nearby the North Sea. So there’re still 11/12 left of this 2017. Some cows calve twice during that period. Well, perhaps not, but I guess you know what I’m trying to say. There’s enough time. Time to let go, time to change your shampoo and time to flatter your liver. Time to adjust the sails, time to go on even more adventures and time to fall in love over and over again. It’s not like all those free supplements life’s giving us don’t make you throw up from time to time, but still we shouldn’t let our appetite on life be spoiled, should we.

Modify your settings

Schon mal darüber nachgedacht, dass dein Kopf auch einfach nur eine Art komplizierte, technische Anlage ist und es da ein Bedienfeld gibt, an welchem man verschiedene Modi einstellen kann? Je nach Hersteller und Baujahr kann die Anlage recht komplex sein und in manchen Fällen ist der Stand der Technik auch mehr als überholungsbedürftig, der Verschleiß enorm und die Ersatzteile nicht mehr lieferbar. Nun, im besten Fall mal angenommen, du könntest am Bedienfeld beliebig deine Einstellungen vornehmen, quasi die Kühlung deines Kopfes regulieren, ein Programm auswählen und diese Anlage in deinem Kopf liefe einwandfrei. Vielleicht ruckelt sie ab und zu etwas, aber das liegt dann mehr am Alter, und auch am Verschleiß, aber sie läuft im gewünschten Programm. Und stell dir nun vor, es würden plötzlich rote Lampen aufleuchten. Irgendwo im System ist eine Synapse durchgebrannt und muss gewechselt werden. Der Notdienstmitarbeiter eilt herbei und nimmt den Austausch vor. Alles so wie vorher, schön. Und die Programme, die du wählen könntest, es gibt ja so unendlich viele davon. Eines nennt sich „Happy“ und ich sag euch, das mag ich am liebsten. Ein anderes heißt „Lachen“ und, ach man, wie sehr ich auch das mag, denn was gibt es schöneres als zu lachen oder andere zum Lachen zu bringen und sich selbst einfach nicht zu ernst zu nehmen. Und dann gibt es da noch ein Programm, das hätte ich fast vergessen, es nennt sich „Fick dich“. Für keine andere Software gab es in den vergangenen Jahren mehr Updates, das könnt ihr mir glauben, aber – es gibt da einen Haken. Denn in diesen vergangenen Jahren gab es tatsächlich genug Momente, in denen ich den „Fick dich“ Button durchaus mal betätigen wollte, aber – meine Anlage, diese Maschine in meinem Kopf, hat einen Fehler. Sie setzt sich in diesem Fall unmittelbar und gänzlich automatisch auf Werkseinstellungen zurück und bittet mich, ein anderes Programm zu wählen. Sie bietet mir sogar sogleich einige Alternativprogramme an: „Lass die Scheiße hinter dir“, „Du bist so nicht“ oder auch „Lass mal lieber schaukeln gehen“. Das ist eben die Besonderheit, eine jede Anlage ist einzigartig und hat individuelle „Fehler“ im Programm. Und für den Fall eines Synapsen-Totalausfalls gibt es ja auch immer noch das „Notfallprogramm“, dass sich solange abspult, bis der Notdienstmitarbeiter eintrifft und den Kopf wieder instand setzt.


Let’s imagine your head’s like a complex machine with a control panel where you are able to modify your personal settings. The degree of complexity somehow depends on type, make and age and in some cases the machine with its wear and tear and no more longer available spares isn’t state of the art anymore. Well, let’s focus on the best case and let’s imagine you could choose any settings and programs on the control panel you want and your machine was running the way you expect it to do. Perhaps, at times, there’s a slightly jerking, but that’s just caused by both age and wear and tear. So now imagine, suddenly there’re red lamps popping up on your display as some synapses have blown and need to be exchanged. The technical emergency service is already on its way and everything’s gonna be fine afterwards again. Well done. And now you can decide between so many different programs. There’s one program, which is called “Happy” and hell yeah, I like this one most. Another program’s called “Laughing” and I’m really into this one, too, as you simply never go wrong with a smile on your face. And there’s another program I almost forgot. It’s called “Fuck You”. And believe me when I say, that there haven’t been more updates for any other software during the past few years, but – there’s a catch. Because during the past few years there have surely been some moments where I wanted to push the “Fuck you” button, but – my machine just automatically resets itself to factory settings and asks me to please choose another program by already pointing out some alternatives: “Leave this crap behind you”, “This is not you” or also “Let’s go hit the swing on the playground over there”. Well, that’s the characteristic in things. Every machine is unique and has got its very own “bugs” in the program. And in case of a total failure of synapses there’s at least an “emergency program”, running as long as it needs for the technical emergency service to get that head fixed again.

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** Photos by Lichtkunst Leipzig **

Vielen lieben Dank an dich, Sarah! 🙂

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It’s feelings and time that read in it

Ich dachte, dich zu kennen und zu wissen, was du fühlst. Ich dachte, dich zu kennen und in dir zu lesen, wie in einem Buch. Und wie ich dachte, dachte ich nichts. Dachte nicht daran, dass selbst Menschenkenntnis nicht unfehlbar sein kann. Vermag sie letztendlich auch immer nur den Teil zu ergründen versuchen, den man ihr auch offen legt. Denn so ist das mit der Menschenkenntnis. Sie liest nur das offensichtlich Lesbare, nicht aber die Zeilen dazwischen. Die Wegradierten, die Gestrichenen, die Unsichtbaren und die Gedachten. Trügerisch mag man jetzt meinen, denn sind es nicht gerade diese Zeilen, die uns doch so brennend interessieren. Das Ungeahnte, das Widererwarten, das Du-bist-ganz-anders-als-gedacht. Doch das ist nicht das, was Menschenkenntnis kann. Menschenkenntnis schafft nur den Einband zum Buch und es sind Gefühl und Zeit, die darin lesen.

 

I thought I knew who your are and what you feel. I thought I could read your mind like it was a book to me. And in the end it seems like I didn’t think anything at all as I forgot about knowledge of human nature and its fallibility. It surely can comprehend the apparent lines, but it will never guess the ones in between. The razed out ones, the invisible ones and the thought ones. And aren’t these actually the lines we are truly and deeply interested in. The unimagined lines, the against expectation kind of lines and the you-are-completely-different-from-what-I-anticipated ones. But this is not what knowledge of human nature can afford. Knowledge of human nature is just the cover of a book and it’s feeling and time that read in it.