So Much More

Dem ein oder anderen mag es vielleicht schon aufgefallen sein. Insbesondere denen, die meinen Blog schon etwas länger kennen. Trommelwirbel setzt ein. Denn Stephie Ey feiert aktuell zweijähriges Bestehen. Aber ja, das, wofür ich zu Beginn zu stehen suggerierte, das bin ich wohl nicht mehr. Und vielleicht war ich es auch nie. Denn ich erinnere mich an eine Zeit vor etwa einem Jahr, als ich angesprochen wurde, von Freundesfreunden, ach ja, du bist ja Fashionblogger, richtig? Und ich erinnere mich an eine Zeit vor etwa einem Jahr, da erregte es in gewisser Weise Unbehagen in mir, wenn mich Leute so bezeichneten. Nicht, dass an diesem Begriff etwas falsch wäre. Nein. Nur fand ich ihn eben unpassend. Wenn er mich beschreiben sollte. Oder meine Texte hier auf dem Blog. Aber ich bin kein Fashionblogger, so viel steht fest. Wer meinen Instagramfeed kennt, der weiß, dass der nicht clean ist. Nicht einheitlich. Und schon gar nicht strukturiert. Weil ich Chaos im Kopf habe und bunt und sprunghaft bin, wenn es um Ideen geht. Wieso sollte mein Instagramfeed also aufgeräumter sein als mein eigener Kopf. Ich habe keine Ahnung von Flatlays und ich lese auch nicht die Vogue. Und wenn ich schreibe, dann hängt da mein Herz dran. Dann fühlt es sich belanglos an, der Welt nur zu erzählen, was ich heute trage und von welchem Label das Paar Schuhe ist, das ich an meinen Füßen trage. Da möchte ich doch noch über so viel mehr schreiben. Über die Momente, in denen ich am glücklichsten bin. Oder am traurigsten. Über die Liebe. Die ich in der Theorie so viel besser beherrsche als in der Praxis. Meine Liebe zur Fotografie und zu Worten. Oder wie in diesem Fall, meine Liebe zu meinem neuen überdimensionierten, kuschligen Pullikleid, in das ich momentan am liebsten einziehen würde. Also halten wir es fest, ich habe keine Ahnung, was für eine Art Blogger ich eigentlich bin. Aber ich denke, so ohne Schublade, dafür aber in Kuschelstrick gehüllt, fühle ich mich ohnehin am wohlsten. 🙂

 


 

Happy Stephie as my blog turns two this month. Some of you have probably noticed that my blog and its content somehow changed especially during the last year. I guess I’m not that stereotype of fashion blogger anymore I certainly used to be at the very beginnings. I also confess, it always felt a bit strange when people called me fashion blogger, and of course, there’s nothing wrong about being one, but I guess I’ve just never really seen me like that and it usually felt like it didn’t seem to be the right word to describe my work here on the blog, or aside from that, me personally. I suppose I cannot find any other word or describtion either, but I know, yeah for sure, that I’m not a fashion blogger. I don’t read Vogue and I have absolutely no clue when it comes to flatlays. My Instagram feed is a mess and so is my head with all its ideas and thoughts I like puting out into texts. And when I’m writing I put all my heart into it as well, which obviously makes it hard and somehow rather negligible to only tell the world what I’m wearing today. I want to write about so much more. I want to write down the moments I was the happiest. Or the saddest. I want to write about the things I love and this, of course, includes photography, hiking whereever I go and exploring whatever crosses my way. And this could also include a new pair of shoes from time to time as girls will be girls, won’t they. Or like in this current blog post a cozy knit dress and some overknee tights that keep me warm while walking through the woods on colder days. So let’s face the truth again, I have no idea what kind of blogger I actually am, but I guess I’m pretty fine with that, too.

 

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Knit Dress – Zara (get it here)

Overknee Tights – Kunert (shop it here)

Boots – Zign (get similar ones here)

Bag – DKNY (dark red version here)

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Photos by schirm.pix

Monthly Review September 2017

Im September. Wie viele Kilometer mag ich da wohl zurückgelegt haben. Auf der Autobahn in Richtung Meer. Auf der Autobahn in Richtung Berge. Und immerzu in Gedanken, vor und zurück. Im September. Da saß ich am Lagerfeuer, unterm unverfälschten Milchstraßenhimmel, und habe das erste Bier meines Lebens mit einem Feuerzeug geöffnet. Da habe ich das Meer gesehen und manch anderer plötzlich nur noch meinen Windschatten. Da habe ich vor Wursttheken gekuschelt und hätte am Mittelpunkt der Republik beinahe meine Unsicherheit vergessen. Und deine fast noch mit dazu. Im September. Da war ich irgendetwas zwischen appetitlos und Softeisweltrekord. Da habe ich mich wohlgefühlt. Und irgendwie auch nicht. Da habe ich mich so gesträubt und es dann doch einfach mal passieren lassen. Da habe ich mit einem Müllbeutel in der Hand das Haus verlassen und bin, genaugenommen, mit zwei Tüten Wertschätzung zurückgekommen. Im September. Da habe ich Camemberts verschenkt. Und nicht nur die. Da bin ich in Gummistiefeln durch Pfützen gestapft, habe mir Sorgen gemacht und gleichzeitig noch einmal meine Definition vom Glück überdacht. Im September. Da habe ich Schäfchen gezählt. Und ihnen währenddessen den Bauch gekrault.  Da habe ich vor Lachen exakt einmal geweint. Da habe ich Birnen gepflückt, an Ideen gefeilt und nachts auf einem Feld, einzig im Licht der Sterne, Eskimoküsse verteilt. Fünf Bundesländer. Unzählige Eindrücke. Das Kompliment mutig. Und eine neue Haarfarbe. Verrückt dieser September. 

Und im September. Da habe ich über die Liebe geschrieben. Plato’s Symposium Vol. II – ein Beitrag über die Entstehung der Liebe. Weil ich dazu stehe, dass ich zu 67 % aus Wasser und im übrigen Anteil aus Kitsch bestehe. Und weil ich daran glauben möchte. Darüber hinaus sind mit 3.8 und No One zwei weitere Texte, oder vielmehr Gedichte, online gegangen. Für den Oktober habe ich geplant, einen Outdoor-Post über meine unglaublich schönen Wanderabenteuer in den vergangenen Monaten, einschließlich Wanderroutenempfehlungen abseits touristisch überlaufener Kurorte und Sehenswürdigkeiten, zu schreiben. Zudem soll es nach längerer Zeit mal wieder einen herbstlichen Fashionbeitrag geben. Mehr verrate ich allerdings noch nicht. Und somit erst einmal auf auf in einen goldenen Oktober. 🙂

 

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Wenn du nicht weißt, dass du gerade fotografiert wirst. Weil du nur Meer im Kopf hast.

 

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Die Kunst besteht darin, auch dann nach vorne zu schauen, wenn der Blick zurück so viel vordergründiger erscheint.

 

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In September. I traveled so many kilometers. Both on the freeway and on my mind. In September. I sat nearby the bonfire looking up at the Milky Way above and I surprisingly managed, for the very first time in my life, to open a beer with a lighter. Moreover, I even managed not to lose a finger. Even though it kinda felt like it during the painful twenty minutes I had been trying with full physical involvement before. In September. I’ve made it to the sea and the moment I saw the ocean was the moment someone else wasn’t able to see anything but my slipstream then. In September. I snuggled in front of the meat counter. And I had almost forgotten about my insecurity. I think, I had almost forgotten about yours either. In September. I’ve felt comfortable. And for some reason I haven’t. I tried not to let that things happen, but let it happen anyways. I left the house with garbage and came back home with appreciation. In September. I gave away camemberts. And a lot more than that, I think. There have been moments in the mud, in the sand and in the woods. There have been moments cuddling with sheep and stroking their bellies. And there have been moments under the night sky that emphasized that in life it’s simply all about the moments. Five federal states. One thousand unforgettable impressions. One compliment that truely made my day. And a new hair color. September, you’ve been super crazy.  

In September I’ve uploaded quite a bit new stuff on here. Plato’s Symposium Vol. II is a Greek myth about the origin of love and as I confess that it might be true that I consist of 67 % water and for the rest of kitsch you surely won’t be surprised if you hear me say, yep, I like it and I want to believe in it. Moreover two short poems made it on the blog. 3.8 and No One are also available in an English version, too. For October I’m planning an outdoor article about my hiking experiences during the past few months, including some personal recommendations for hiking tours apart from too much tourism in beautiful Saxony, and also a new fashion blog post as I haven’t uploaded anything in this category since months and I guess it’s about time now. 

Happy October! 🙂

No one

Manchmal stoßen zwei Menschen mit ihren Köpfen aneinander.

Und niemand ist schuld.

Manchmal stoßen zwei Menschen mit ihren Herzen aneinander.

 


 

Two people sometimes collide with their heads.

And no one can be blamed.

Two people sometimes collide with their hearts.

 

3.8

Wer hätte gedacht,

dass man 3,8

Kilogramm Ballast

mal so eben

bei der Post abgeben kann.

Was für eine Last

hab ich mir gedacht

und warf dann den Ballast,

der mich nach unten zog,

lächelnd über Bord.

Und wer hätte das gedacht,

was es mit mir macht.

Dass ich so viel höher fliegen kann,

und dass ich so viel schneller segeln kann,

ohne dich an Bord.

 


 

Who would have thought

that 3.8 kilograms of baggage

I’ve been carrying around

can so easily be dispatched

at the local post office branch.

Who would have thought

that it was the best decision

to throw it overboard,

these things pressing on my shoulders

ever since then and now far too long.

Who would have thought

that it makes me feel this good.

That I am flying so much higher,

and that I am sealing so much faster,

with you no longer on board.

 

Plato’s Symposium Vol. II

Heute auf dem Programm: die Revitalisierung eines Beitrages, den ich bereits vor genau einem Jahr veröffentlicht habe. Einfach, um uns alle daran zu erinnern. Um mich selbst daran zu erinnern. Dass ich noch immer daran glauben möchte.

Denn es heißt, dass es einst eine Zeit gab, in der die Beschaffenheit der Menschen eine andere war. Als sie noch kugelförmige Rümpfe, zwei Köpfe und je zwei Paar Arme und Beine hatten und man sie Kugelmenschen nannte. Ihre Stärke und Vollkommenheit jedoch erregte Neid und Missfallen unter den Göttern, könnten ihnen die Menschen doch zu ähnlich sein und ihnen nicht länger die gebührende Verehrung zuteilwerden lassen, die sich die Götter von ihnen erhofften. So berieten die Götter untereinander und nach langer Überlegung fand Zeus schließlich einen Weg, wie er die Menschen schwächen könnte, ohne sie dabei gänzlich zugrunde zurichten. Und so lies er sie unter einem Vorbehalt zusammenrufen und schleuderte alsbald einen Blitz vom Himmel, der jeden Kugelmenschen in zwei Hälften spalten sollte. Die getrennten Hälften verstreute er dann in alle Winde. Nun waren die Kugelmenschen fortan halbiert, mit nur noch einem Kopf, einem Paar Armen und Beinen unterwegs, als Menschen, und in ihnen, die unstillbare Sehnsucht nach der ihnen verloren gegangenen Ganzheit, ihrer fehlenden zweiten Hälfte. Zu spät erkannten die Götter, dass sie aus ihrer Selbstsucht heraus, großes Leid über die Menschen gebracht hatten und gestanden den Kugelmenschen zu, dass sich alle jene zusammengehörige Hälften untrennbar wieder vereinen dürften, wenn sie einander gefunden hätten. Die Liebe wurde geboren. Denn so sucht seither ein jeder Mensch nach der ihm fehlenden, zweiten Hälfte. Den Menschen, denen es gelingt, die ihnen zugehörende andere Hälfte zu finden, so heißt es, fänden dadurch zur Glückseligkeit und blieben fortan ihr ganzes Leben miteinander verbunden, gleichwohl beide Seelen wohl selbst niemals zu benennen wüssten, was genau sie eigentlich voneinander wöllten.

Erkläre mir die Liebe, hörte ich vor Kurzem noch Philipp Poisel singen. Frag doch mal Platon, würde ich ihm darauf gern entgegnen. Denn dieser Mythos nach dem griechischen Philosophen ist für mich persönlich wohl einer der wunderschönsten Ansätze, um die Liebe zu erklären. Wenngleich sie doch in keiner Weise erklärbar ist. Doch muss es eben, zumindest meiner Ansicht nach, über den evolutionsbiologischen Ansatz, über die Sache mit den Hormonen und der körperlichen Vereinigung, sprich über die nüchterne Geilheit hinaus, noch mehr geben, was zwei Menschen vereint, sie zu Kugelmenschen werden lässt. Stärker und vollkommener zu zweit. Passend ohne Passendmachung. Das ist die Liebe, lieber Philipp Poisel.  

 


 

There’s this one wonderful myth I was told one year ago. Back then I really like to spread the myth with my other friends and it now and then even helped to dry some love sick tears and bring back again a smile on sad faces. According to the speech, long time ago, humans were composed of two people, stuck back-to-back, with two faces and eight limbs. The gods, out of jealousy, split them in half and made them humans with only one face and four limbs, much weaker than they have been before, because of the missing other half. Now, throughout our lives, we are searching for our other half. However, when the two halves finally get together, they find true happiness and stay together for the rest of their lives, even though they could never explain the invisible connection between the two of them. In the end it’s our souls and not our bodies that mostly desire to be reuinted. I really love this myth and hopefully this makes you smile the way I smiled when I once was told it. Look to your left or your right, maybe there’s already this special person sitting next to you. And even if not, your other half is existing. That’s all you need to know. And who knows, maybe your other half is on its way and it’s already much closer to you than you might dare to imagine right now.

Monthly Review August 2017

Wenn sich ein einziger Monat in Summe der Ereignisse wie ein ganzes halbes Jahr anfühlt und so ein Kopf vom Denken ganz müde wird. Das war der August. Oder vielmehr, mein August. Ich bin müde. Müde vom Denken. 

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Fragile – Handle with care

Ein bisschen kreativ war ich im August wohl scheinbar schon, denn es gibt ein paar neue Beiträge hier auf dem Blog. Diesmal hab ich euch hauptsächlich schwere Kost serviert, u.a. „Fragile“ einen Text, der in seiner Übersetzung „Zerbrechlich“ sicherlich vermuten lässt, worum es geht. Um Schwächen. Wir alle haben sie. In meinem Fall sind es die Emotionen. Das Fühlen. Das Denken. Doch wirklich schwach ist am Ende nur der, der nicht begreift, dass in diesen vermeintlichen Schwächen letzten Endes auch die größten Stärken schlummern.

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Black Swan

Reden wir nun ein wenig über Duckfaces und Schwanensee. Über dicke, bärtige Männer und mit Eiscreme beschmierte, löchrige Shirts. Ein Beitrag zum Thema Selbstwert und Akzeptanz. Weil wir ab und zu vergessen, wie wertvoll wir eigentlich sind. Und schön. Und klug. Und besessen von Schokoladeneiscreme. Wobei, letzteres vergesse ich wohl nie.

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Wordless

Wenn mir die Worte fehlen. Dann bin ich wortlos, irgendwie. Wenn dir die Worte fehlen – aber nein, das passiert dir eigentlich nie. Denn du bist nicht wortlos. Nur dein Wort, das ist bedeutungslos. Ein Betrag über zu viele Worte und zu wenig Taten. Wenn Fresse halten Trumpf ist.

In diesem Sinne, auf in einen traumhaften September. Und nicht zu viel quatschen, sondern lieber mal machen. Tüdelüü 🙂

 


 

How is it possible one month can actually feel like half a year and a head can be aching so much from thinking. That was August. Or better said, that was last month for me – briefly summarized. I’m tired. Tired of thinking. 

Nevertheless I’ve uploaded quite a few new posts up on here during last month. My text Black Swan is about self-esteem and acceptance and how my blog contributed to my comfort and process in so many different ways as standing in front of a camera and being forced to face up with yourself really is a helpful way to learn acceptance and grow self-love.

Both Fragile and Wordless are posts written in German without an English translation. Sorry for that!

Happy start into the new month, guys! 🙂

Black Swan

„Aber du stehst schon bisschen auf dich selbst, ne?“

Eine Frage, die man sicherlich häufiger gestellt bekommt, wenn man auf Instagram aktiv ist, Bilder von sich postet oder einen eigenen Blog betreibt. Und ja, die Vermutung liegt nahe, dass Menschen, die Bilder von sich ins Netz stellen, sich selbst wohl für besonders schön zu halten scheinen, ja, vielleicht sogar so ein ganz klein wenig selbstverliebt sein müssen. Und ich mag ungern bestreiten, dass es sie nicht gibt, die Menschen, die so empfinden, natürlich – aber grundlegend, ja so ganz grundlegend, mal aus meiner eigenen Haut heraus betrachtet: nein, ganz einfach nein, was ist das denn bitte für eine dämliche Frage, ob ich mich selbst eigentlich gern am allerliebsten ficken würde.

Zunächst – in meinen Augen – ist die Fotografie eine Kunst. Oder vielmehr eine unterschätzte Form davon. Und darüber hinaus bietet das Fotografieren oder vielmehr das Sich-Vor-Eine-Kamera-Stellen die Möglichkeit, sich einmal ein wenig mehr mit sich selbst auseinander zu setzen. Oder anders ausgedrückt, es ist eine Möglichkeit, sich selbst sehen zu lernen. Zumindest erging es mir so. Womit wir beim Thema Akzeptanz und Selbstwert wären. Denn nicht hinter jedem Duckface auf Instagram verbirgt sich das Selbstwertgefühl eines Schwans. Und dabei wollen wir doch alle gerne Schwäne sein.

An dieser Stelle wird es daher Zeit, ehrlich zu sein. Die harten Fakten auf den Tisch zu knallen. Und dem dicken, bärtigen Mann, der gerade vor seinem Laptop sitzt und diese Zeilen hier liest, wild und zügellos zu beschreiben, was ich gerade anhabe. Dass ich mich selbst, mumienartig in meine Kuscheldecke eingerollt, mit ungekämmten Haaren, in meiner mit Herzchen bedruckten Jogginghose und dem zerfledderten Shirt mit Loch und dem Schokoladenfleck von vorhin, als ich mir diese riesen Portion Eis in den Mischer gezwiebelt habe, ohne Rücksicht auf Verluste, jetzt gerade, in genau diesem Moment, alles andere als hinreißend und schwanenhaft finde. Aber – ich bin satt und voller Kohlenhydrate. Das mag dich, dicken, bärtigen Mann jetzt zwar nicht geil machen, aber mich Hormonopfer macht es übertrieben glücklich. Und um mein Glück geht’s doch schließlich nur. Um die Erkenntnis, dass man auch mit Eiswampe und Assipalme noch in Schwanensee mittanzen kann. 

Fakt ist doch, auch die Bitch auf Instagram hat Selbstzweifel. Bin ich bisschen schön? Bin ich gut genug? Bin ich liebenswert? Und ist das da in Lightroom, auf diesem Foto hier, etwa Cellulite an meiner Wade? Was zur Hölle…! Ach nee, ist bloß ein Schatten. Puhh, heiliges Rhinozeros, auf den Schreck erst einmal ein Kinder Bueno. Aber, was ich doch eigentlich sagen wollte, ist – ob mit Schatten oder ohne, ich möchte niemand anders sein. Ich bin gerne ich. Und ich mag diesen Körper (auch wenn wir über die Sache mit den diversen Eispackungen in den letzten Tagen sicherlich nochmal sprechen könnten.) Bis man zu dieser Erkenntnis gelangt, ist es allerdings meist ein langer Weg. Der ein oder andere mag jetzt vielleicht einwerfen wollen, dass das doch einfach ein Prozess ist, dieses Erwachsenwerden eben, aber an dieser Stelle bevorzuge ich es dann allerdings, mir die Ohren zuzuhalten und lautstark zu rufen, dass ich nichts von alledem hören kann – laa – laa – laaaa. Erwachsenwerden, die spinnen doch. Aber nun gut,  dass es ein Prozess ist, damit könnten sie wahrscheinlich recht haben… 

Und ja, für mich persönlich hat mein Blog zu diesem Reifeprozess unglaublich viel beigetragen. Insbesondere auch das letzte halbe Jahr, in dem ich angefangen habe professioneller zu fotografieren. Auch andere. Familie. Freunde. Denn am Ende geht’s doch nur darum, sich selbst für gut genug zu befinden. Ohne wenn und aber. Sich nicht an Likes als Maßstab einer neuerdings gesellschaftlich attestierten Form von Schönheit zu bemessen. Und sich selbst einfach mal das Prädikat „wertvoll“ zu verleihen. So richtig mit Button am zerfledderten, mit Eiscreme beschmierten T-Shirt und so. „Wertvoll“, aber sowas von. Welchen Weg man wählt, um am Ende des Tages zu genau dieser Erkenntnis zu gelangen, das ist allerdings jedem selbst überlassen. Wenn der dicke, bärtige Mann und ich euch auf dem Weg dahin zumindest ein ganz klein wenig zum Schmunzeln bringen konnten, dann soll das schon alles gewesen sein, was ich mit diesem Text bezwecken wollte.

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„You’re pretty much into yourself, aren’t you?“

One question I’ve been asked quite a while ago. Just because I’m on social media, posting pictures of myself and running a blog. And yep, there might be people in this world who are pretty much in love with their own reflection in the mirror, I won’t doubt that, but for me personally – no, simply no – what a dumb thesis, that posting pictures of myself leads to the conclusion that it’s me I’d like to fuck with more than anything.

In my opinion photography is an art, an underestimated kind of art. Moreover, while especially standing in front of a camera, it’s also kind of a chance you get to face up with yourself. Or in other words, you may start to learn to see yourself, which leads me to the topic I would like to talk about, which is self-esteem and acceptance as this is not what you’ll find behind every duck face you see on your instafeed, even though we all aim to be swans in the end. 

Well then, while talking about self-esteem and acceptance I don’t wanna miss the chance to be untamed and tell the thick, bearded man, who’s sitting in front of his laptop and reading these lines right now, that I personally don’t consider myself – while laying around in my sweatpants with allover heart print and destroyed, old shirt with chocolate stains from the maximum size ice cream I just had a few minutes ago – as too gorgeous at the moment anyways (but I’m full of carbs – and this probably doesn’t make you horney thick, bearded man, but makes me as a victim of my hormones excessively happy, so deal with it).

So let’s face the truth. Even that bitch on instagram has to deal with self-doubts. Am I beautiful? Am I good enough? Am I loveable? And what the heck, is this cellulite on my calf in this picture here? Oh wait, it’s only a shadow. Damn, freaking god, don’t scare me this way! But – what I actually wanted to say is that – with a shadow on my leg or without, I wouldn’t wanna be anyone else but me. I like being me. And I like the body my soul lives in (even though we might need to talk about that massive ice cream massacre those last few days…I’ve been killing it…all of it). But well, talking about being grateful for the body we’re in is something that takes some time. It’s kind of a process that in the end leads you to this perception – and the only right conclusion. Some may say that this might be part of growing up, but that’s always the moment I start covering my ear’s, shouting I can’t hear anything of what you just said – laa – laa – laaaa. Growing up, they’re crazy! But well, they might be right that it’s always an individual process in the end.

And yep, my blog definitely contributed to my comfort and process in so many different ways. Especially those past few months, as I found a new passion in photography. Because in the end, it’s all about feeling good. Feeling good enough. Unconditionally. About not taking Likes on Instagram as a benchmark for your own beauty. And about wearing colorful buttons saying „valuable“ on your destroyed, old shirt with that chocolate ice cream stains on it, just in case you forget from time to time. As a reminder. And in the end it doesn’t matter which way you choose to make that process going further. As long as I made you smile about that thick, bearded man, I’m happy. As this was the only aim I had writting this text. 

Wordless

Was wäre ich ohne Worte,

befremdlich wortlos

irgendwie.

Doch deine Worte,

nein,

sie interessierten mich

tatsächlich nie.

Wollt gar nichts hören,

wollt einfach fühlen,

irgendwas in Blicken spüren.

Und als du zu mir sprachst,

jeden Tag,

was du bereit zu geben warst,

aber immerzu nur gar nichts gabst,

da wurd mir klar,

du bist nicht wortlos,

nur dein Wort,

das ist

bedeutungslos.

Fragile

Es ist Montagmorgen und in meinem Kopf ist der Notstand ausgebrochen.

Und du schaust mich an.

Mit diesem Blick in deinen Augen.

Der den meinen untersucht.

Und du lächelst.

In mir brennt das Chaos.

Unterdessen.

Doch ich lächle zurück.

Was ich dir gern sagen würde.

Oh, was ich dir jetzt gern sagen würde.

Das sag ich nicht.

Doch tät ich’s,

würd ich folgende Worte sprechen.

 

I’m really sorry.

Sorry I dragged you into this.

I overthink.

That’s all it is.

Ich denke zu viel.

Noch mehr als ich rede.

Über Gefahrenabwehr und Frühwarnsysteme.

Über Risiken und Nebenwirkungen.

Über Gespräche in Gedanken,

die den Kopf nie verlassen.

Will durchschauen.

Aber nicht durchschaubar sein.

 

Die Wahrheit ist.

Ich hab mehr Angst als Verstand.

Kann nicht drüber reden.

Geh drei Schritte nach vorn.

Renn im Zickzack zurück.

Wie kompliziert darf ich sein.

Bis du dich umdrehst und gehst.

So tell me now.

When every star falls from the sky

and every last heart in the world breaks.

Oh hold me now.

Wie weich ist zu weich,

frage ich dich.

Und ab wann

sind wir

zerbrechlich?

 

Es ist Montagmorgen und in meinem Kopf ist der Notstand ausgebrochen.

Und ich schreibe.

Einen Beitrag,

der von Schwäche handelt.

Monthly Review July 2017

Was ich einst dachte.

Juliliebe.

Mir fehlen die Worte.

Was ich nun denke.

Juliliebe.

Mir fehlen die Worte.

 

Zugegeben, ich war ein faules Schweinchen im Juli. Aber manchmal, ja manchmal, ist das Leben kurios. Da passieren binnen kürzester Zeit die unglaublichsten Sachen, Dinge die tatsächlich viel zu schön sind, um letzten Endes auch wahr sein zu können. Doch – während all das passiert – der Regen leise gegen das Fenster prasselt, wer käme da schon auf die Idee, den Laptop anzuwerfen oder durch den Instagramfeed zu scrollen. Das ist nicht meine Definition vom Glück.

Glück bedeutet für mich, den Sonnenuntergang nach einer gefühlt endlosen, verregneten Woche zu verpassen, über den am nächsten Morgen nahezu jeder Zweite, dem ich folge, in seiner Instastory berichtet. Wenn man kichern muss, dass das alles an einem vorbeigezogen ist. Der Regen. Und dieser Sonnenuntergang danach. Etwas so schönes. Schlichtweg aus dem Grund, weil man nur Augen für etwas noch viel Schöneres hatte. Weil Augen ganz viel Schönes sehen können, immerzu und jeden Tag. Wenn man sie nur aufmacht. Wenn man mit dem Herzen sieht. Und wenn man es nur zulässt.

Was also habe ich gelernt im vergangenen Monat Juli? Dass Momente kurz, Begegnungen tief und Emotionen weitreichend sein können. Dass gestern schöner als heute war, aber morgen hoffentlich wieder besser wird. Dass ich nichts bereue. Von alledem. Dass Glück das ist, was man daraus macht. Zum Beispiel ein Tiramisu. Ich habe gelernt, dass ich ein Angsthase bin. Aber ein mutiger. Dass Umarmungen auf Ewig das Größte für mich sein werden. Und dass es für die Liebe eine Formel gibt. Sie lautet Wertschätzung mal tausend. Ich habe gelernt, dass ich nicht verstehen werde, was man nicht verstehen kann und ich es doch irgendwie verstehe. Und dass man Reisende niemals aufhalten darf.

Was also ist im Juli geschehen, also hier auf dem Blog? Nicht viel bekanntlich, aber doch ein bisschen. Nach langer Zeit mal wieder etwas aus der Kategorie Fashion, Mini-Malism. Getreu dem Motto, mein Lieblingsstück der Mini, rattenscharf durch den Sommer, einschließlich erfahrungserprobter Tipps und Tricks a la what nooot to do while wearing a mini. Ein bisschen darf schließlich auch geschmunzelt werden. Ich lache übrigens sehr gerne, auch wenn ich das ungern für alle Welt gestellt auf Bildern simuliere.

Berühmte letzte Worte im Juli? Dieser, in der Tat, etwas ältere Beitrag hier und die Frage in den Raum, was wärst du bereit zu riskieren, wenn du alles gewinnen könntest?

Und damit wünsche ich euch allen nun erstmal einen schönen Start in den August! 🙂

 


 

Granted, I’ve been a lazy bum in July, but who could’ve known what’s going to happen within such a brief span. Incredible things. Things that really were too magical to be true. And while all this was happening and the rain was pouring down the window, giving this calm sound I love to fall asleep to, who would have switched on the notebook or would have scrolled though instagram. I didn’t. As I see true happiness in a million other things.

Happiness means to me missing the most beautiful sunset after an endless week full of rain you actually only get to see the next morning, because you are watching your friends‘ insta stories. Happiness means to me giggling, because you missed it. The week of rain. And the beautiful sunset afterwards. Just because you couldn’t take your eyes off of something even more beautiful. As eyes can see so many beautiful things in this world. In case you open them. In case you let your heart see through them. And in case you admit it.

So what did I learn this past month? I learnt that moments can be short, encounters can be deep and emotions can be profound. That I liked yesterday much more than I like today, but tomorrow will hopefully be better. That I don’t regret anything. Of all of this. That happiness is only what one makes of it. And sometimes it’s a tiramisu. I’ve learnt that I’m a coward. But one with a lions‘ heart. That hugs will always be the greatest thing on earth for me. And that there must be a formula for love. It must be something like appreciation multiplied by one thousand. I’ve learnt that I won’t understand the things that you cannot understand, even though I do for some weird reason. And that you will never hold up travelers.

What actually happened in July, on the blog? Hardly anything at all besides a new fashion category post up on here. Mini-Malism is about rocking summer nights. Or dates. Including some very well-tested tips a la what simply nooot to do while wearing a mini. Something to giggle about.

Famous last words for July? Perhaps it would be this short post from a little while ago and the question, how much would you risk, if you knew, you could win everything?

I wish you all a wonderful new month, see you in August! 🙂