Plato’s Symposium Vol. II

Heute auf dem Programm: die Revitalisierung eines Beitrages, den ich bereits vor genau einem Jahr veröffentlicht habe. Einfach, um uns alle daran zu erinnern. Um mich selbst daran zu erinnern. Dass ich noch immer daran glauben möchte.

Denn es heißt, dass es einst eine Zeit gab, in der die Beschaffenheit der Menschen eine andere war. Als sie noch kugelförmige Rümpfe, zwei Köpfe und je zwei Paar Arme und Beine hatten und man sie Kugelmenschen nannte. Ihre Stärke und Vollkommenheit jedoch erregte Neid und Missfallen unter den Göttern, könnten ihnen die Menschen doch zu ähnlich sein und ihnen nicht länger die gebührende Verehrung zuteilwerden lassen, die sich die Götter von ihnen erhofften. So berieten die Götter untereinander und nach langer Überlegung fand Zeus schließlich einen Weg, wie er die Menschen schwächen könnte, ohne sie dabei gänzlich zugrunde zurichten. Und so lies er sie unter einem Vorbehalt zusammenrufen und schleuderte alsbald einen Blitz vom Himmel, der jeden Kugelmenschen in zwei Hälften spalten sollte. Die getrennten Hälften verstreute er dann in alle Winde. Nun waren die Kugelmenschen fortan halbiert, mit nur noch einem Kopf, einem Paar Armen und Beinen unterwegs, als Menschen, und in ihnen, die unstillbare Sehnsucht nach der ihnen verloren gegangenen Ganzheit, ihrer fehlenden zweiten Hälfte. Zu spät erkannten die Götter, dass sie aus ihrer Selbstsucht heraus, großes Leid über die Menschen gebracht hatten und gestanden den Kugelmenschen zu, dass sich alle jene zusammengehörige Hälften untrennbar wieder vereinen dürften, wenn sie einander gefunden hätten. Die Liebe wurde geboren. Denn so sucht seither ein jeder Mensch nach der ihm fehlenden, zweiten Hälfte. Den Menschen, denen es gelingt, die ihnen zugehörende andere Hälfte zu finden, so heißt es, fänden dadurch zur Glückseligkeit und blieben fortan ihr ganzes Leben miteinander verbunden, gleichwohl beide Seelen wohl selbst niemals zu benennen wüssten, was genau sie eigentlich voneinander wöllten.

Erkläre mir die Liebe, hörte ich vor Kurzem noch Philipp Poisel singen. Frag doch mal Platon, würde ich ihm darauf gern entgegnen. Denn dieser Mythos nach dem griechischen Philosophen ist für mich persönlich wohl einer der wunderschönsten Ansätze, um die Liebe zu erklären. Wenngleich sie doch in keiner Weise erklärbar ist. Doch muss es eben, zumindest meiner Ansicht nach, über den evolutionsbiologischen Ansatz, über die Sache mit den Hormonen und der körperlichen Vereinigung, sprich über die nüchterne Geilheit hinaus, noch mehr geben, was zwei Menschen vereint, sie zu Kugelmenschen werden lässt. Stärker und vollkommener zu zweit. Passend ohne Passendmachung. Das ist die Liebe, lieber Philipp Poisel.  

 


 

There’s this one wonderful myth I was told one year ago. Back then I really like to spread the myth with my other friends and it now and then even helped to dry some love sick tears and bring back again a smile on sad faces. According to the speech, long time ago, humans were composed of two people, stuck back-to-back, with two faces and eight limbs. The gods, out of jealousy, split them in half and made them humans with only one face and four limbs, much weaker than they have been before, because of the missing other half. Now, throughout our lives, we are searching for our other half. However, when the two halves finally get together, they find true happiness and stay together for the rest of their lives, even though they could never explain the invisible connection between the two of them. In the end it’s our souls and not our bodies that mostly desire to be reuinted. I really love this myth and hopefully this makes you smile the way I smiled when I once was told it. Look to your left or your right, maybe there’s already this special person sitting next to you. And even if not, your other half is existing. That’s all you need to know. And who knows, maybe your other half is on its way and it’s already much closer to you than you might dare to imagine right now.

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