Strength

Stärke. Ein Wort mit dem ich mich im ersten Augenblick wahrscheinlich nicht sofort in Verbindung gebracht hätte. Warum auch. Denn bedeutet Stärke nicht, hart und taff zu sein, so richtig unbezwingbar? Aber ich bin kein Fels, vielmehr ein Softball. Bloß nicht zu fest drücken und pass doch bitte mit den Fingernägeln auf, das tut mir weh. Nein, ich bin nicht felsenfest, bin nicht unverwundbar, wenngleich auch nicht butterweich. Eben ein Softball, an dem so manches abprallt, so manches dennoch seine Spuren hinterlässt. Und wer nicht felsenfest ist, der kann doch niemals stark sein, dachte ich.

Und ich lies die Gedanken weiter kreiseln. Warum eigentlich sollte man Stärke nur an der Härte des Felsens oder an Popeyes Spinatarmen bemessen. Stark ist doch nicht, wer das Glas Gewürzgurken aufbekommt oder wer im Fitnessstudio die schwersten Gewichte in die Lüfte stemmt, nein, ich rede von einer anderen Form von Stärke.

Denn du bist stark, wenn du den fiesesten Liebeskummer deines Lebens überwunden hast. Und diesen Kater, von dem du dachtest, du würdest ihn wohl nie loswerden, Tierfreund hin oder her. Du bist stark, wenn du deinen Träumen nachjagst, ganz gleich, wie viele dich dafür belächeln. Immerhin hast du welche. Du bist stark, wenn du erkannt hast, dass du selbst zu sein, die beste Idee war, die du jemals hattest. Weil Individualität etwas tolles ist und weil es dir egal ist, ob dein vorlautes Mundwerk heute wieder anecken wird. Weil du nicht jedem gefallen musst – und möchtest. Du bist stark, weil deine kindlichen Vorstellungen, dass man aus dieser Welt noch immer einen besseren Ort machen kann, schlichtweg zeigen, dass deine Sichtweise auf die Dinge eine durchweg positive ist und wenn nur alle so denken würden wie du, dann hätten wir sie wahrscheinlich schon längst, diese bessere Welt von der alle reden.

Und vielleicht ist es tatsächlich so, dass wir viel zu oft vergessen wie stark wir eigentlich sind. Weil wir uns an falschen Parametern messen. Uns überhaupt messen. Denn Stärke ist nicht messbar. Und wahrscheinlich, ja ganz wahrscheinlich, sind wir alle keine Felsen, nur weiße Softbälle. Und am Ende ist Stärke eben so viel mehr als nur ein Bestandteil der Kartoffel, den man im Chemieunterricht so gern violett eingefärbt hat.

  

 


 

Strength. A word I certainly have never used to describe myself to others yet. I mean, doesn’t being a strong person includes being both tough and absolutely invincible? But I’m not a rock, I’m more of a softball. Don’t push me too hard and please be careful with your finger nails, you might hurt me. No, I’m not invincible, I’m not steady as a rock, so for that reason how would I be able to consider myself as strong then I was wondering.

So I let my thoughts spin around for a while and suddenly there was this question popping up on my mind. Isn’t strength so much more than just being physically strong and a tough person? The answer was immediately clear to me. Yes, it surely is.

You’re a strong person if you survived the worst lovesickness you could have ever imagined. And on top, the worst hangover of your whole drinking career. You’re strong if you keep on chasing your dreams no matter what people say. If they had dreams they would be chasing theirs instead of focussing on you, that’s for sure. You’re strong if you recognized that being you and only you is the best idea you ever had. Because individuality is personality and something you should be proud of. You’re strong if you don’t care if your loose tongue is rubbing the wrong way today, because you don’t need to appeal to anyone but yourself – and you don’t want to. You’re strong because your naiv thoughts on how we all could make this world a better place only show that you’re always focussing on the postive aspects and let’s be honest, if all people thought like you, we maybe had it already, this better world everyone’s talking about.

And maybe it’s just like that, we all too often forget about how strong we really are. And let’s face the truth, in the end only a very few are steady rocks, most of us are softballs, but strength is about so much more than being invincible.

Photography: Janna Kamphof

Outfit: Body – A Star is Born via Asos (get it here)

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