New Ways Vol. II

Ein Zimmer voll Mondschein, voll mit Licht,
das auf dir reflektiert und bricht,
meine Augen berührt und durchdringt
bis dieser Mond wieder versinkt.
Du hältst dir die Hände vor’s Gesicht,
denn so lange Blicke erlaubst du mir nicht.
Doch was ich hier betrachte, will ich gestehen,
kann ich auch ohne meine Augen sehen.
[Alin Coen]

Ohne Augen sehen, ja, das klingt nach Gefühl und irgendwie auch nach Fotografie, zumindest nach meinem Verständnis davon. Es ist noch gar nicht so lange her, dass Erika  bei mir eingezogen ist, und was soll ich sagen, wir sind mittlerweile wirklich dicke Kumpels geworden. Binnen so kurzer Zeit haben wir schon über dreitausend Bilder zusammen gemacht, sagt zumindest Erika. Verrückt. Und was haben wir fotografiert und herumprobiert in den vergangenen Wochen. Mit den verschiedensten Menschen, in den unterschiedlichsten Konstellationen. Denn, ich gebe zu, ich tob mich gern auf beiden Seiten aus und wenn ich könnte, ja wenn es denn menschenmöglich wäre, stünde ich vermutlich simultan auf beiden Seiten der Kamera, nur, ja nur um dieses Bild umzusetzen, das so klar und deutlich in meinem Kopf existiert und für das es nur ein klein wenig Zeit, Raum und Hingabe erfordert, um es aus meinem Kopf auszuschneiden und, für Jedermann sichtbar, in die Realität einzufügen. Angefangen beim Setting, über den Bildausschnitt, den Ausdruck bis hin zur Bildnachbearbeitung. Ihr seht schon, ich hab ne Macke, aber sonst bin ich ganz umgänglich, also, glaube ich.

Selbst die Familie zwingt einen schon, das Stativ aufzubauen und doch bitte mal die zu Oma’s Geburtstag vor dem Kuchenbüffet versammelte Verwandtschaft in Gänze zu porträtieren. „Wer weiß, ob wir in dieser Konstellation nochmal so zusammen kommen.“ Ja, positives Denken von Tante Gisela, das lob ich mir. Die besten Friedhöfe wurden dann anschließend bei Kaffee und Kuchen heiß diskutiert. Pure Lust am Leben, herrlich. Aber zurück zum Familienporträt. Die Großen bitte nach hinten, die Kleinen nach vorn, ein bisschen wie zu Schulzeiten damals, wenn’s um’s Klassenfoto ging. Und ja, Moment noch, ich betätige den Selbstauslöser und sprinte in die erste Reihe, hocke mich unübertroffen grazil neben meine Cousine und animiere den trägen Haufen mit einem lautstarken „Cheese“ zu einem milden Lächeln. Wad ist dad schön. Aber mal ganz im Ernst, ich habe in so kurzer Zeit so viel Neues dazugelernt. Langzeitbelichtungen, Fotografie mit externem Blitz, ja selbst wie man sich einen Reflektor selbst basteln kann.

Ein neues Objektiv ist darüber hinaus ebenfalls bei Erika und mir eingezogen, das 85mm EF 1.8. Denn ich habe für mich selbst relativ schnell feststellen können, dass man mit dem Standardkit zwar ganz nette (Urlaubs-)Bilder machen kann, es für meine Zwecke und hochgesteckten Ziele allerdings weniger geeignet ist. Das 85mm EF 1.8 ist ein so genanntes Teleobjektiv, das sich bestens für Portraitaufnahmen eignet und das ich tatsächlich nur draußen einsetze, da es sehr viel Platz braucht. Manchmal hört man mich dann auch ganz leise fluchen, wenn eben selbst draußen nicht genügend Platz vorhanden ist und ich mal wieder halb in der Hecke hänge. Es kreiert jedoch diese unglaublich tolle Hintergrundunschärfe, die ich bei meinen Aufnahmen tatsächlich nicht mehr missen möchte. So kam es, dass ich vor kurzem mein erstes richtiges Shooting absolviert habe, komplett hinter der Kamera. Das war eine super Erfahrung und wird wahrscheinlich auch nicht die letzte dieser Art gewesen sein.

Und auch wenn ich gerade nicht so recht sagen kann, wohin die Reise für mich geht, der Weg gefällt mir und mehr muss man doch manchmal auch gar nicht wissen, nicht wahr?


Not long ago Erika moved in and who would have thought that we’d become best friends within a few months only. Erika even says we already took more than three-thousands of pictures together, really can’t believe that, but it’s true. Crazy! We met so many different people on our way and shot together with them in every possible constellation, which for me means acting both behind and in front of Erika and cameras in general. Yep, I like both and I wouldn’t mind doing both simultaniously if that was possible, as I’ve got these pictures on my mind, no one but me can see and I’d like to make visible to others. When you can decide about both setting, image selection, motif, expression and image postprocessing to clearly express what’s on your colorful mind…Well, you see, i’m nuts, but I’m usually down-to-earth, at least I think so.

Even my family, who knows about my passion, already forces me to take family portraits, as at my grandma’s birthday bash aunty Gisela was quite unsure if all of us would meet again in the near future as you simply never know who’s about to die next. Be an optimist, be like aunty Gisela, right. Afterwards the whole company discussed the top ten cemeteries in town while we were having coffee and cake. This is what I really call lust for life, but I’m running off the track, back to the family portrait in front of the cake buffet. It pretty much felt like back in school when the class pictures were taken. Small ones, please, have a seat in the first row, yes, the tall ones stand behind, thank you. I’m pressing the self-timer before I’m running right across the room, jumping into the first row, sitting next to my cousin and trying to encourage the lethargic squad with a loud “cheese” in order to bring on at least a little smile on their faces for the picture. Well, you never fail when you at least tried your best, don’t you. But seriously, I learnt so much in such a short time. How to do bulb exposures, how to use external flashes and even how to make your own reflector with stuff you got at home.

Moreover a new lens moved in, the 85mm EF 1.8, because I cannot actually create the things I wanna create with the normal kit lens, but as a beginner you just don’t have a clue and you’re already overwhelmed with how good your pictures look like in comparision to mobile phone quality. The new lens is just perfect for portrait sessions and creative stuff, but I only use it outdoors as it needs quite a lot of space between the model and the photographer. Nevertheless it’s just more than perfect for what I wanna do with it. I also had my very first photo shot as a photographer a few weeks ago, too. More’s about to come sooon!

And after all I cannot really tell you where the journey will lead me, but sometimes you don’t have to know about the destination yet as long as you’re a happy kid walking your way, do you.

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