A Head Full Of Memories – Farewell 2016

„Mir ist aufgefallen, es gibt noch keinen Stephie-Jahresrückblick. Ich hatte geschaut, aber nein, nichts da. Möchtest du denn noch einen schreiben?“ klang es aus meinem Handy via Whatsapp-Sprachnachricht. Und ich antwortete, dass ich bereits darüber nachgedacht hätte, aber schlichtweg nicht wüsste, ob ein gedankliches Revue passieren lassen wohl momentan das Richtige für mich wäre, gab ja schließlich nicht nur Schmankerl in 2016. So oder so ähnlich lautete wohl meine Antwort. Doch kaum geantwortet, war der Laptop schon angeschmissen und ich fing an zu tippen. Vielleicht ist so ein Rückblick aufs vergangene Jahr ja doch keine so schlechte Idee, dachte ich, denn er bietet schließlich auch immer die Möglichkeit das Beste aus allem zu extrahieren.

„Ein großer Haufen Scheiße schaufelt sich gemeinsam einfach leichter weg.“

Denn es ist immer die Perspektive, mit der wir auf die Dinge blicken, die uns bescheinigt, ob ein Jahr rückblickend ein Gutes oder eher ein Schlechtes war. Vielleicht hat sich der ein oder andere Traum noch nicht erfüllt, oder eben noch nicht in dem Maße, wie wir es uns vor genau einem Jahr vielleicht erhofft hatten, aber zu erkennen, dass wir einige große Schritte vorangekommen sind, uns persönlich grandios weiterentwickelt haben und heute eine bessere Version von uns selbst sind als wir es gestern noch waren, darin liegt doch der Schlüssel. In der Perspektive auf die Dinge. Und was wäre es langweilig, wenn alle Haken hinter unseren ganz persönlichen Zielen schon alle in 2016 gesetzt worden wären…

„Hier, iss den Russischbrotbuchstaben, der muss weg“

Ich bin dankbar. Dankbar für die vielen schönen Momente, die ich im vergangenen Jahr erlebt habe. Und dankbar für die vielen tollen Menschen, mit denen ich sie zusammen erleben durfte. Wenn du schaukelnd, mit diesem Lächeln im Gesicht, die ersten warmen Sonnenstrahlen eines so lang ersehnten Frühlingstages genießt, dich schwungvoll anschubsen lässt, zwischendurch immer mal wieder ein „nochmal, nochmal!“ einwirfst und dich dabei fühlst als wärst du wieder sieben. Wenn du auf diesem hohen Dach stehst, die wunderschönste Aussicht genießt, in guter Gesellschaft bist und gedanklich gerade tanzen könntest. Wenn du nicht allein im Auto singst, oder weinst, oder alternativ auch beides parallel betreibst, und du gleichzeitig weißt, dass es hier gerade keinerlei Worte bedarf, um verstanden zu werden. Ich habe im letzten Jahr sehr viele schöne Momente mit sehr vielen tollen Menschen erleben dürfen. Und sind wir ehrlich, nicht alle Menschen aus diesen Aufzählungen sitzen noch im selben Zug mit mir. Denn manche fahren nicht mit bis zur Endstation, manche steigen auch schon früher aus. Manchen winkst du lächelnd hinterher und hoffst, dass sich eure Gleise nochmals kreuzen, sie wieder zusteigen und ihr erneut ein kleines Stück zusammen fahren könnt. Und manchen wirst du finden, der mit ungültigem Fahrausweis fährt und den du des Zuges verweisen wirst. Und das ist okay, denn was zählt, ist der Moment und das Gefühl, das du dabei hast.

„Wenn du nicht mehr da bist, geht hier die Sonne unter.“

Was haben wir uns 2015 gewünscht, für dieses 2016? Den Karrieresprung, den Lotteriegewinn, die Fünfkiloweniger? Die ganz Bescheidenen werden jetzt sagen, na alles, wir verstehen die Frage nicht. Und nun, mal angenommen, so wäre es auch gekommen, wäre 2016 dann ein gutes Jahr für dich gewesen? Ich nehme an, du wärst gewiss ein wenig sorgenfreier, jetzt, mit deiner besser sitzenden Jeans und den dicken Scheinen in der Gesäßtasche, aber einzig daran ein gutes Jahr zu definieren, hm, schwierig. Für mich persönlich sind es die Menschen und Momente, die Erlebnisse und Erfahrungen, die sich allesamt als wunderwunderschöne Erinnerungen sehr gut konservieren lassen und ein Jahr zu einem guten Jahr machen. Ich erinnere mich daran, Russischbrotbuchstaben aus subjektiven Gründen selektiv vernichtet zu haben. An unendliche Spaziergänge bei Dauerregen im November, und an Outdoor-Sport am heißesten Tag des Jahres. Ich erinnere mich daran, wie wir auf Brücken campierten, über tiefgründig-emotionales Zeug schwafelten und nebenbei die Sonne langsam unterging. Ich erinnere mich an Tierarztbesuche und Krankenschwesteraktionen. An kleine und große Gesten der Dankbarkeit, der Unterstützung und der Loyalität. Daran, dass jemand sagte, dass die Sonne untergehen wird, wenn ich fortgehen werde und daran, dass ich hoffe, mit diesem und anderen Menschen irgendwann einmal wieder ein kleines Stück zusammen im Zug fahren zu können. Ich erinnere mich an halbnackte Radtouren im Hochsommer, an Mädchenkram und Bestefreundinnenzeiten, an Blechsemmeln und Bock auf Fleisch, und an Rezepte aus der Bild der Frau. Ich erinnere mich an schöne Abschiede und Tomatenpflanzen, an Mäuse, die auf Tischen tanzten und an zwei Cuba Libre zum Preis von einem. […]

„Diese Erde ist ein verrückter Planet, lass uns darauf vertrauen, dass sie es gut mit uns meint“

Meinem komatösen Geisteszustand am Neujahrstag war es wohl geschuldet, dass ich mich doch tatsächlich dazu hinreißen lies, mir „die Karten“ für 2017 legen zu lassen. Aberglaube, das bin ich eigentlich nicht. Bin ich doch mehrheitlich Realist, wenn auch ein ganz und gar Verträumter. „Wir hatten bisher immer recht behalten“ sagten sie und so wählte ich drei Karten aus. Ein gutes Blatt würden manche wohl dazu sagen. Darunter die wohl beste und schönste Karte, die man wohl so ziehen könnte, sagten sie. Und fehlender Aberglaube hin oder her, ja, ich möchte daran glauben. Daran, dass 2017 ein tolles Jahr wird, dass dieser verrückte, blaue Planet es gut mit uns allen meint und dass diese eine Karte, die von der Erfüllung eines lang gehegten Herzenswunsches sprach, recht behalten wird.

Hallo 2017, ich bin gespannt auf dich.

 

 

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