How are you?

I guess it’s quite a popular fact that girls talk about almost everything. That might be true in some cases, especially when you’re with your best friend or in case you’re drunk as fuck. Believe me, I did empirical studies on both, so this proves my thesis, right. Nevertheless I’ve experienced that, in many other cases, girls talks pretty much never go beyond that superficial stuff. In a group of four girls having brunch together and talking, what’s the main topics? Of course, a best-of of what’s happening in our lives right now. “Our son was the best gift, he’s turning three next week, we’re so proud and happy.“, one of my friends proudly announces. „Guess who proposed!” another one adds. Happy faces all around the table, while we’re listening to her, telling us all the romantic details. “And guess what ladies”, someone says, “I was given the job at the hospital. Will start the new job next month.” After our girls brunch and more than four hours of talking about well-working relationships, proposals and checked life goals, I tend to get the feeling that everyone of us must be living an impressively perfect life, no troubles or worries at all. This is impossible, my head interposes. And that in the end leads me to one question. Am I the only one throwing myself from one disaster to the next one and dealing with jumbo size problems every day? No, I’m not. The thing is, people, including both men and women, don’t like to talk about their weaknesses in front of a group, because that’s bad self-presentation, isn’t it. When meeting up in a group of girls, it’s more like, let’s see who gained some weight or like in my example, higher, faster, further. At least, this is the résumé, what it actually felt like for the last couple of hours. Why don’t we talk about what’s really challenging our minds? Why don’t tell, that it has been as exhausting week so far, you love being a mom, but your little girl keeps both of you up all day and night and you cannot even remember when was the last time you and your husband have slept together. Why don’t talk about the fact that your man and you have been arguing quite more often now than you ever have and that you enjoyed it, that this other guy, you met some weeks ago, paid you so much attention lately. And of course, you are happy, he finally proposed to you after eight years of relationship, because you gave up on everything when you moved across half the country to spend your life with him. He has always been a freedom-loving man who still likes a good party every now and then and it still bothers you. It wasn’t always easy those last eight years. And a new job, that’s great news. You worked so hard and now you can finally work as a doctor in the hospital you preferred the most. Lucky you. But if you could decide, whether you would like to be a career woman or a loving wife and mom instead, you would put family over career, definitely. Still you haven’t managed to keep any of your former relationships alive and hell ya, how will you manage to take care of your patients then? You always end up starting all over again, like playing monopoly and you’re arrested most of the time while others are building houses in the most expensive streets. Still you’re hoping that 27 Dresses with Katherine Heigl was actually based on your life and that there’s an happy end for you, too. It’s real, we all don’t talk about how we really feel or what’s on our minds. And every time someone asks you how you are, we will keep on saying, we are okay, we are all right.

 

Man sagt ja, Frauen reden untereinander nahezu über alles. Nun, das mag in gewisser Weise sicherlich stimmen, zum Beispiel, unter besten Freundinnen oder alternativ auch im Zustand geistiger Umnachtung nach ein paar Drinks zu viel, denn meine eigens durchgeführten, empirischen Studien können auch das belegen. In allen übrigen Fällen und Frauengruppenkonstellationen ist mir jedoch aufgefallen, dass es die Gespräche, auch unter Frauen, relativ häufig nicht über das oberflächliche Maß hinaus schaffen. Angenommen eine Gruppe von vier Frauen geht zusammen brunchen, man kennt sich bereits einige Jahre, was sind hier die präsenten Themen? Richtig, ein Best-Of dessen, was in unser aller Leben gerade so passiert. „Unser Sohn war echt das Beste, was uns passieren konnte, er wird nächste Woche drei, wir sind ja so stolz und happy“ verkündet die eine am Tisch. „Ratet mal, wer mir einen Antrag gemacht hat?!“ fügt kurz darauf eine andere hinzu. Strahlende Gesichter am Tisch während wir sie löchern und jedes Detail erfahren möchten. „Und Mädels, ratet mal, wer den Job im Krankenhaus bekommen hat, auf den ich mich vor ein paar Wochen beworben hatte?! Ich fange schon nächsten Monat dort an.“ erzählte anschließend eine Andere. Nach diesem vierstündigen Mädels-Brunch mit Gesprächen über gut funktionierende Beziehungen, Heiratsanträge und Lebenszielen mit grünen Häkchen dahinter, bekomme ich so langsam das Gefühl, dass wohl jede von uns ein beeindruckend perfektes Leben führen muss, gänzlich frei von Sorgen und Problemen. Dann rotieren meine Gedanken und ich muss plötzlich lachen. Nein, das ist unmöglich, sagt mein Kopf. Es wirft jedoch eine große Frage für mich auf. Bin ich tatsächlich die Einzige, die sich selbst beinahe täglich von einer Katastrophe in die Nächste stürzt? Immer auf der Suche nach dem nächsten Fettnäpfchen, manchmal auch dem ganzen Fettnapffass, man entwickelt sich ja schließlich auch weiter. Nein, die bin ich sicherlich nicht, nur redet niemand gern über seine Schwächen, auch Frauen untereinander nicht. Das wäre ganz übles Selbstmarketing, nicht wahr. Wenn man sich also in einer Gruppe von Frauen trifft, ist es eher wie, lass mal schauen, wer zugenommen hat oder wie in diesem Beispiel, höher, weiter, schneller. Zumindest ist das das Résumé, das ich ziehen muss, nach einem gefühlt eher oberflächlichen Sonntagmorgen in der Stammbrunchlocation. Warum reden wir eigentlich nicht darüber, was uns wirklich beschäftigt, was uns auf dem Herzen liegt? Warum sagst du nicht einfach, dass deine Woche anstrengend war, du dein Leben als Mutter liebst, aber manchmal schlichtweg überfordert bist. Dass du dich nicht einmal erinnern kannst, wann du und dein Mann das letzte Mal miteinander geschlafen habt und dass ihr ohnehin zur Zeit nur streitet, öfter als es jemals zuvor der Fall gewesen ist. Dass du da vor einigen Wochen diesen Typen kennengelernt hast und ja, es tat dir gut, dass er dir so viel Aufmerksamkeit schenkte. Und natürlich bist du glücklich darüber, dass dir dein Freund einen Heiratsantrag gemacht hat, verständlich, du musstest ja auch acht Jahre darauf warten, hattest daheim alles aufgegeben und bist für ihn ans andere Ende Deutschlands gezogen, damit ihr euch ein gemeinsames Leben aufbauen könnt. Er war schon immer recht freiheitsliebend, auch heute noch lässt er ungern eine Party ausfallen und ja, es stört dich sehr. Es waren nicht nur leichte acht Jahre. Und ein neuer Job, das sind wirklich tolle Neuigkeiten. Du hast so viel Arbeit in dein Medizinstudium gesteckt und jetzt so eine Chance, du Glückliche. Aber wenn du dich entscheiden müsstest, ob du lieber Karrieretier oder Ehefrau und Mutter wärst, würde deine Antwort Familie lauten, da müsstest du nicht lange nachdenken. Dennoch hast du es bis heute nicht geschafft auch nur irgendeine deiner Beziehungen am Leben zu erhalten, obwohl du doch Ärztin bist. Und mit jedem neuen Ende ist es ein bisschen so wie mit einer Partie Mensch Ärgere Dich Nicht, kurz vorm Ziel wirst du rausgekickt, ärgerst dich fürchterlich darüber und musst überhaupt erstmal drei Sechsen würfeln bis du wieder neu starten kannst, dazu brauchst du Glück und Mut. So viele Dinge schwirren durch unsere Köpfe, aber wir sprechen sie nicht aus, wir reden nicht darüber, was uns tatsächlich bewegt. Und jedes Mal, wenn uns jemand fragt, wie es uns geht, werden wir erneut sagen, ich bin okay, mir geht es gut.

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One thought on “How are you?

  1. So wahre Worte! Ich höre gerade die Höchste Eisenbahn rauf und runter. Bei dem Lied „Egal wohin“ muss ich jetzt immer an deinen Text denken – es beginnt mit:
    „Wie geht es dir?
    Nicht schlecht, nicht gut, wahrscheinlich genau wie dir – nur du gibst es nicht zu
    [Mir geht es gut]
    Ja klar so siehst du aus, aus deinem Arsch scheint ein ganzes Sonnensystem raus“

    Ich freu mich immer, deine Gedanken zu lesen – sie rütteln wach, stimmen nachdenklich und inspirieren. So toll!

    Gefällt 1 Person

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